gypten zwischen Gespr?chen und Gewalt on Demonstrations in Egypt

 
gypten zwischen Gespr?chen und Gewalt on Demonstrations in Egypt
Seite 2/2:  Repressionen gegen Journalisten und Gewalt gegen Demonstranten h?lt an
Derweil setzten sich Ubergriffe gegen Journalisten offenbar fort. Angaben des arabischen Fernsehsenders Al Jazeera zufolge nahm die ?gyptische Armee vorübergehend einen seiner Korrespondenten fest. Es handele sich um Ayman Mohyeldin, einen US-amerikanischen Staatsbürger im Dienste Al Jazeeras. Er befinde sich mittlerweile aber wieder auf freiem Fu?, teilte der Sender mit. Unbest?tigten Angaben zufolge war Mohyeldin festgenommen worden, als er Recherchen zu einem auf Youtube zu sehenden Video eingeholt hatte, auf dem zu sehen ist, wie ?gyptische Sicherheitskr?fte in Alexandria einen offenbar unbewaffneten Demonstranten auf offener Stra?e erschie?en (Video – Vorsicht: zeigt die T?tung eines Demonstranten).
Nach fast zwei Wochen Protest haben die Mubarak-Gegner auch begonnen, die Zahl der Opfer zu ermitteln. Wichtigstes Instrument der Opposition ist hierbei ein online geführtes Totenbuch, in dem Namen, Fotos und Todesursachen der Opfer vermerkt sind. Das Dokument kann von allen Internetnutzern bearbeitet werden und hat sich bereits weit verbreitet. Bislang gibt es 58 Eintr?ge. Uber die Zahl der Verletzten und Toten in ?gypten gab es in der Vergangenheit widersprüchliche Angaben. Die UN sch?tzt, dass rund 300 Menschen get?tet und über 3000 verletzt wurden.
Am Sonntag erwachte auch das Wirtschaftsleben am Nil langsam wieder. Der Sonntag ist der erste Arbeitstag der islamischen Woche. Der Gesch?ftsführer der Deutsch-Arabischen Handelskammer in Kairo, Rainer Herret, sagte: "Die Unternehmen fahren die Produktion vorsichtig wieder hoch. Allerdings fangen manche Firmen erst einmal nur mit Notbesetzungen wieder an."
Auch die Handelskammer selbst war seit dem 28. Januar geschlossen. Nun sei der Betrieb wieder aufgenommen worden. "Wir wollten erst einmal abwarten, wie sich alles entwickelt", erkl?rte Herret. Eine zaghafte Rückkehr zur Normalit?t sei auch im Alltag zu beobachten. "Die Banken sind wieder ge?ffnet, der Stra?enbau arbeitet wieder und die Polizei ist auch wieder da." Es gebe nun die Hoffnung, dass die gewaltt?tigen Ausschreitungen sich nicht wiederholten.
Gesch?fte hingegen – mit Ausnahme von vielen L?den in bürgerlichen Stadtteilen und der Innenstadt – seien ohnehin auch in den vergangenen zwei Wochen ge?ffnet gewesen. Eine regelrechte Lebensmittelknappheit habe er pers?nlich nicht beobachtet.
Vor den Banken im Zentrum von Kairo bildeten sich lange Schlagen. Sie waren zuvor wegen der anhaltenden Proteste geschlossen worden. Die Banken stellen sich auf chaotische Zust?nde ein. Angesichts der politischen Krise rechnen Sie damit, dass zahlreiche Kunden ihre Guthaben abheben werden. Auf den Kreuzungen im Zentrum Kairos stehen gepanzerte Fahrzeuge. Besch?ftigte von staatlichen Banken wurden in Bussen zu ihren Arbeitsst?tten gefahren. Die Regierung verfügte zum Abheben eine Obergrenze von 50.000 Pfund (etwa 6300 Euro).
Auf der Sicherheitskonferenz in München warnte Au?enminister Guido Westerwelle (FDP) vor einer Bevormundung des ?gyptischen Volkes: "Wir entscheiden nicht, wer die Meinungsführer in ?gypten sind." Er bot Hilfe und Rat im politischen Ubergang des Landes an. ?gypten k?nne bei Ausrichtung freier und fairer Wahlen auf Unterstützung z?hlen, au?erdem beim Aufbau einer freien und unabh?ngigen Justiz.
Westerwelle regte an, mit der Region des Nahen Ostens neue Partnerschaften zu schlie?en. "Wir wollen einen friedlichen Dialog." Deutschland setze darauf, dass die Zeitenwende in ?gypten friedlich verlaufe. "Wenn es die Geschichte gut mit uns meint, dann werden wir in den n?chsten Jahren eine Globalisierung von Werten sehen," sagte der Bundesau?enminister.
 
Comments